Keyword-Recherche für lokale Dienstleister – Was ein Elektriker falsch gemacht hat
Ein Elektriker aus Hamburg hat mir neulich erzählt, wie er seine Website selbst aufgebaut hat. Martin – so heißt er – wollte mehr Kunden über Google bekommen und hat sich monatelang mit Keyword-Recherche beschäftigt. Seine Geschichte zeigt ziemlich gut, was funktioniert und was nicht.
Was er richtig gemacht hat
Martin hat sich Zeit genommen, um zu verstehen, wonach seine Kunden tatsächlich suchen. Statt auf allgemeine Begriffe wie "Elektriker" zu setzen, hat er lokale Suchanfragen analysiert. Er fand heraus, dass viele Leute in seinem Viertel nach "Steckdose installieren Hamburg Eimsbüttel" oder "Sicherungskasten austauschen" suchen.
Er hat Google Autocomplete benutzt – kostenlos und erstaunlich effektiv. Einfach den Hauptbegriff eingeben und schauen, was Google vorschlägt. Dazu kam die "Ähnliche Suchanfragen"-Sektion ganz unten auf der Suchergebnisseite. Keine teuren Tools, nur systematisches Notieren über drei Wochen.
Seine Content-Struktur war pragmatisch: FAQ-Seiten für häufige Probleme, kurze Blogartikel zu saisonalen Themen wie "Lichterketten sicher anschließen" im November. Die Texte waren zwischen 300 und 600 Wörtern – nichts Spektakuläres, aber nützlich.
Was schiefgelaufen ist
Martin hat anfangs zu viel Zeit mit unwichtigen Keywords verschwendet. Er optimierte Seiten für "Elektroinstallation Gewerbe", obwohl er hauptsächlich Privatkunden bedient. Drei Monate Arbeit für ein Thema, das ihm keine einzige Anfrage gebracht hat.
Er ignorierte das Suchvolumen komplett. Manche seiner ausgewählten Keywords wurden vielleicht zehnmal pro Monat gesucht – in ganz Deutschland. Für ein lokales Geschäft war das zu wenig. Die kostenlosen Daten vom Google Keyword Planner hätten ihm das gezeigt, aber er schaute erst nach sechs Monaten dort rein.
Seine größte Fehleinschätzung war die Konkurrenzanalyse. Er dachte, er könnte gegen große Vergleichsportale ranken. Die ersten fünf Plätze bei "Elektriker Hamburg" sind fest besetzt von Portalen mit hunderten Backlinks. Martin hätte sich auf Nischen-Longtail-Keywords konzentrieren sollen.
Was kleine Unternehmen daraus lernen können
Keyword-Recherche muss nicht kompliziert sein. Kostenlose Tools reichen oft aus, wenn man sie konsequent nutzt. Wichtiger als das perfekte Tool ist es, die eigenen Kunden zu verstehen und realistisch einzuschätzen, wogegen man konkurriert. Martins Website bekommt jetzt etwa acht Anfragen pro Monat – nicht weltbewegend, aber für ihn hat es sich gelohnt.